Birnen-Bohnensalat

GP_KugelausstecherBirne_300Ich habe noch ein Küchenwerkzeug entdeckt, das anders als der Butterroller, seinen angedachten Zweck weiter erfüllt: Der „Melon Baller“ oder zu deutsch Kugelausstecher stellt hochdekorative Obst- oder Gemüsekugeln her und hinterlässt lustige Lochskulpturen. Darüber hinaus hat seine regelmäßige Anwendung auch eine therapeutische Wirkung, die ewig gleiche Handbewegung beruhigt ungemein. Die Birnenkugeln machten sich optisch und geschmacklich hervorragend im Bohnensalat.

GP_BohnensalatBirne300

Zutaten:
500 g Prinzessbohnen (TK)
75 g Speckwürfel (optional)
1 Birne (Abate)
3 EL Birnenbalsamico
2 EL von einem nussigem Öl (Erdnussöl, Walnussöl)
roter Kampot-Pfeffer
grobes Meersalz

Zubereitung:
Die Bohnen in Salzwasser kochen, 1 TL Backpulver dazu geben, dann behalten die Bohnen ihre schöne grüne Farbe. Speckwürfel anbraten, die abgetropften Bohnen in mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Mit Basamico und Öl vermengen. Steckwürfel hinzugeben. Erst danach mit Pfeffer und Salz abschmecken. Jetzt kommt der größte Spaß: mit dem Kugelausstecher die Birnenkugeln produzieren. Da Birne sehr wenig Eigensäure hat, die Kugeln mit Birnenessig, ersatzweise auch Weissweinessig beträufeln und anschließend in den Salat geben.

Kraut mit Vergangenheit

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Schon im antiken Griechenland wurde die Peterslie als heilige Pflanze angesehen. Im Mittelalter haben Mönche sie als Heilkraut im Klostergarten angebaut und so fand sie ihren Weg in die Küche. Die krause Sorte wurde gezüchtet, um sie besser von der giftigen Hundspeterslie zu unterscheiden. Die vitamininreiche Petersilie galt im Mittelalter als Hexen- und Geistervertreiber und als Arznei gegen die verschiedensten Gebrechen. Und noch ein Kuriosum: Wollte man seinen Ärger loswerden, sollte man beim Petersiliensäen tüchtig vor sich hin schimpfen, dann war man den Groll für immer los!

Granaten beim Superbowl!

Paradiesfrucht wird der Granatapfel auch genannt oder Speise der Götter oder plump Vitaminbombe. Seine Inhaltsstoffe sollen gegen Demenz und Entzündungen helfen. In der Gastronomie hat er sich rasant verbreitet. Er steckt sogar in Anti-Falten-Cremes. Doch wehe man möchte mal für den Hausgebrauch einen Granatapfel zerpflücken – das wird schnell zur Riesensauerei und hinterlässt bleibende Spuren an Küchenwänden. Um die knallroten Kügelchen auch in das eigene Müsli und an den Salat zu geben, habe ich zwei von namhaften Köchen empfohlene Methoden getestet: Knock out vs. Touch down.

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Knock out – oder hau drauf!
Jüngst beim Londoner Starkoch Yotam Ottolenghi gelesen: Die Frucht auf der Küchenplatte kneten und dann den Granatapfel horizontal durchschneiden. Die halbe Frucht mit der Schnittkante in die Handinnenfläche halten, darunter eine Schüssel positionieren und nun mit einem Holzlöffel auf den Apfel schlagen: egal ob sachte oder kräftig, es tut sich so gut wie NICHTS. Einige wenige Samenkapseln verlassen ihr Gehäuse. Methode durchgefallen!

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Touch down – Glanzparade im Superbowl!
Eine große Schüssel mit Wasser füllen. Den von Ottolenghi empfohlenen Horizontalschnitt beibehalten, denn dann lässt sich der Touch down besser mit der Umstülptechnik kombinieren! Also die Granatapfelhälfte unter Wasser halten, leicht ausstülpen und man kann in aller Seelenruhe beginnen, die Samenkapseln aus ihrem Gehäuse zu pellen. Kein Spritzen, kein Fluchen. Die Kapseln sinken friedlich auf den Schüsselboden. Die weißen Fasern, die sie umgeben sind viel leichter und schwimmen auf dem Wasser. So kann man sie wunderbar abschöpfen und kommt problemlos an die knallroten Saftkügelchen. Dem hemmungslosen Granatapfel-Deko-Wahn sind nun keine Grenzen mehr gesetzt!

GP_Toucdown03Diese Methode ist unangefochten der Sieger und ein echter Home Run!

Total von der Rolle! Kürbis-Maronen-Suppe

GR_Butterroller01Ich bin ein Freund der Resteverwertung und Zweckentfremdung. In diesem Fall geht es um Letzteres. Es gibt Küchenhelfer, die sind total aus der Mode gekommen und fristen ihr Dasein seit vielen Jahren in der Küchenschublade. Hierzu gehört für mich der Dosenmilchpiekser, der Eierschneider und der Butterroller! Das Butterröllchen als Dekor auf Schnittchen und Häppchen ist ein Relikt aus Wirtschaftswunderzeiten und findet sich heute nur noch auf einigen altbackenen Butter-Verpackungen wieder. Meinen Butterroller habe ich bislang genau gar kein Mal genutzt. Es sind immer noch die Klebereste des Preisschilds zu sehen.

GP_ButterrollerKuerbis01Aber dem Butterroller könnte eine zweite Karriere als genialer Kürbisausputzer bevorstehen. Die gezackte Kralle, die ein wenig an eine Piratenersatzhand erinnert, gräbt sich wie nix in das Geschlummsel der Kürbisinnereien und hat alles ruckzuck sauber gekratzt. Gebt dem Butterroller eine Chance! Und wer jetzt noch einen Kürbis im Laden findet und ein Packet gekochte Maronen zuhause hat, der kann sich daraus eine köstliche alpenländische Kürbissuppe kochen.

Kürbis-Maronen-Suppe
Zutaten:
800 g Kürbis (Butternut, Hokkaido oö)
1 Paket gekochte Maronen
1 l Gemüsebrühe
4 – 5 Zweige frischen Thymian
roter Kampot-Pfeffer
Meersalz

Zubereitung:
Das Kürbisfleisch würfeln, die Maronen vierteln und in der Gemüsebrühe kochen. Die frischen Thymianzweige zusammenbinden und mitkochen. Nach 20 Minuten, Thymian herausnehmen, mit dem Pürierstab zerkleinern und mit rotem Pfeffer und Meersalz abschmecken. Statt eines dicken Butterröllchen empfiehlt sich die Verzierungen mit einem Schuss steirischem Kürbiskernöl – sieht toll aus, schmeckt gut und ist zu allem Überfluss auch noch gesund – guten Appetit!

Vielflieger mit Sammelleidenschaft

Silbermedaille_bRund 80.000 Flugkilometer stecken in einem Glas Honig. Was sonst noch in unserem vom Imkerverband Rheinland ausgezeichneten Sommerhonig enthalten ist, wissen wir jetzt dank einer Pollenanalyse – und die hat es in sich: Nicht nur Linde und Edelkastanie, sondern auch Vergissmeinnicht, Johanniskraut, Beinwell, Götterbaum, Mädesüß, Scheinakazie u.n.v.m. stecken im Sommerhonig 2014 mit Namen Qué linda! Komplett gelistet zu findet auf bienenschwaermer.de

GP_Vielflieger300Schon gewusst:

  • Die Honigbiene bewegt sich in einem Radius von ca. 2 km um ihren Bienenstock
  • Eine Honigbiene wiegt 0,1 g und kann pro Flug 0,01 g Nektar oder Pollen sammeln
  • aus 3g Nektar werden 1g Honig
  • Honigbienen sind blütenstet, d.h. sie bleiben während eines Sammelfluges immer einer Blütenart treu
  • An einem Tag fliegt eine Biene bis zu 30mal aus und besucht pro Flug 200 – 300 Blüten