Über Peter

Jakob Jansen und der Evergreen bei Tisch
GP_JJansenPortraitPeter sei selig – ein Name? Ein Aufruf? Ein Wunsch? Oder ein Scherz? Ich würde sagen, von allem etwas. Jakob Jansen, Spielwarenhändler aus Kempen am Niederrhein und Großvater meines Mannes, war weit über den Familienkreis hinaus bekannt für seine Sprüche und seinen guten Humor. Keine Begebenheit, ob im Beratungsgespräch mit der Kundschaft oder am heimischen Küchentisch, zu der er nicht einen Spruch auf Lager hatte. Ein Spruch wurde auch bildlich gesehen zum Evergreen. Denn Ehefrau Gertrud krönte das stets gemeinsam eingenommene Mittagessen gerne mit einer Handvoll Petersilie. Und eben dieses klassischste aller deutschen Küchenkräuter, kommentierte Jakob dann gerne mit dem Ausruf „Ahh – Peter sei selig!“ Ob er dabei auf die niederländische Herkunft seiner Mutter Petronella anspielte (Petersilie = niederländisch Peterselie) oder auf den aus dem Mittelalter stammenden Ruf der Petersilie als aphrodisisch wirkende Pflanze, ist leider nicht überliefert.

Leute kauft Kämme, es gibt eine lausige Zeit!

Ne, wat is dat für ein Herz-Jesu-Süppchen (zu einer dünnen Suppe)

Menschen die sich pflegen, sind anderen überlegen

In ganz Europa gibt’s nicht so nen Opa

 

Essen macht glücklich!
Essen macht satt. Gutes Essen macht zufrieden. Gutes Essen kann sogar glücklich machen. In Peter sei selig schwingt genau dieser Gedanke mit. Gutes Essen, mit guten Zutaten, kann uns glücklich und zufrieden machen. Neue Gerichte ausprobieren, ein besonderes Gewürz entdecken oder eine ungewöhnliche Kombination von Zutaten. Einfach etwas Neues probieren, das gut schmeckt und gar nicht kompliziert in der Zubereitung ist, dazu möchte ich mit Peter sei selig – Genusspunkt Küche anregen.

La table commune – in Gesellschaft schmeckt’s noch mal so gut!
In Frankreich bedeutet die Idee des table commune, dass fremde Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen, essen und trinken und sich unterhalten. Ich bin davon überzeugt, dass dies ein guter Weg ist, um sich über Zutaten, Gerichte und den Geschmack im allgemeinen auszutauschen. Wir kennen alle das Phänomen der überfüllten Küche als Anziehungs- und Sammelpunkt auf jeder Party. Als Gastgeber kann man das Wohnzimmer noch so nett hergerichtet haben, es steht sich einfach viel gemütlicher rund um den großen Suppentopf oder das Buffet. Diese Eigenschaft der Menschen, sich um den Kochtopf zu rotten, habe ich mir in den neuen Räumen zu nutze gemacht. Vom langen Tisch, an dem bei Workshops oder Kostproben gemeinsam gegessen und probiert wird, hat jeder die Küchenzeile stets im Blick. Wer mag, kann mitkochen, mit fachsimpeln oder einfach nur mit essen.

Angela Berg